Kaufberatung Golf Wedges - Typen und Spezifikationen

Von: Alexander Huchel, 20.8.2019

 

Golf-Wedges sind eine Wissenschaft für sich - daher ist es umso wichtiger, sich gut und umfassend zu informieren. In dieser Kaufberatung für Golf-Wedges erfahren Sie Wissenwertes, das Ihnen die Auswahl sicherlich erleichtert.

Wichtiges Grundwissen zu den Wedges

Studien zeigen, dass rund ein Viertel aller Schläge auf einer Runde mit einem Wedge gespielt werden. Daher ist es kein Wunder, dass diese Schläger maßgeblichen Einfluss auf das Spiel jedes Golfers haben.

Sie können einem das Birdie ermöglichen oder helfen das Par zu retten. Anderseits können sie auch Probleme für diejenigen Golfer bringen, die beim Spiel ums Grün nicht so versiert sind, wenn sie nicht den passenden Schläger für den jeweiligen Schlag verwenden. Daher ist es enorm wichtig, dass die Wedges in Ihrem Bag zu Ihrem Spiel passen und helfen, einen guten Score zu erzielen.

Man könnte meinen, dass Wedges technisch bei weitem nicht so ausgreift sind wie Driver oder Eisen. Das ist allerdings nicht wahr. Da es unterschiedliche Wedge-Typen mit verschiedenen Spezifikationen gibt, muss man sich im Vorfeld eines Neukaufs informieren und bei der Auswahl Zeit haben, um am Ende Schläger im Bag zu haben, die zum Schwung und den eigenen Bedürfnissen passen.

 

Wedge-Typen

Generell lassen sich die Wedges in vier Typen unterteilen:

 

Pitching-Wedge (PW)

Das erste und am meisten verbreitete Wedge ist das Pitching-Wedge. In der Regel hat es Lofts zwischen 44 und 48 Grad. Verwendet wird es bei vollen Schlägen ins Grün und längeren Chips. Bei modernen Game-Improvement-Sets haben die Wedges meist circa 44 Grad Loft, damit sie zu den anderen Schlägern im Set passen. Dadurch entsteht ein großer Abstand zum Sand-Wedge und machte den Weg für ein weiteres Wedge – das Gap-Wedge.

 

Gap-Wedge (GW, AW, UW)

Wie der Name schon sagt, füllt es den Gap (Abstand) zwischen Pitching- und Sand-Wedge. Manchmal wird es auch als Attack- oder Utility-Wedge (AW, UW) bezeichnet. Der Loft dieses Wedges liegt zwischen 50 und 53 Grad. Es wird sowohl für volle Schläge als auch für delikate Schläge verwendet, bei denen die Distanz zwischen der eines Pitching- und Sand-Wedge liegt. Es erhöht die Vielseitigkeit ums Grün, vor allem bei halben oder Dreiviertel-Pitches oder bei langen Chips. Damit ist das Gap-Wedge die perfekte Ergänzung für die Golfausrsütung des Golfbags.

 

Sand-Wedge (SW)

War früher neben dem Pitching-Wedge das zweite Wedge, das man im Satz hatte. Es hat Lofts zwischen 54 und 58 Grad, und war ursprünglich dafür gedacht, damit Bälle aus dem Sand zu spielen – daher der Name. Dazu hat man es mit einer breiteren Sohle ausgestattet und etwas schwerer gemacht. Es war lange Zeit DER Schläger für alle Chips und Schläge aus dem Grünbunker, da es den höchsten Loft aller Schläger im Bag hatte. Das änderte sich allerdings, als das Lob-Wedge ins Spiel kam.

 

Lob-Wedge (LW)

Es ist die jüngste Version eines Wedges. Wie der Name vermuten lässt, hat es einen hohen Loft – meist zwischen 60 und 64 Grad. Es ist für Schläge nahe der Grüns gedacht, die hoch aber nicht weit fliegen müssen und mit viel (Back)Spin sofort stoppen. Meist werden damit Chips, Flop-Shots und Bunkerschläge durchgeführt. Volle Schläge sind damit eher die Ausnahme als die Regel.

 

Loft

Der Loft ist, wie bei allen anderen Schlägern auch, der Winkel zwischen dem Schaft und der Neigung des Schlägerblatts. Je höher der Loft eines Schlägers ist, desto höher und damit kürzer fliegt der Ball.

 

Bounce (-Winkel)

Damit ist der Winkel zwischen vorderer und hinterer Kante der Sohle gemeint. Von ihm hängt ab, wie der Schlägerkopf durch den Boden geht. Die Annahme, dass die Sohle eines Wedges flach auf dem Boden aufliegt, ist falsch. Der Bounce-Winkel kann zwischen 0 und 16 Grad liegen. Der Begriff Bounce beinhaltet mehrere Begriffe, die beim Sohlendesign eines Wedges eine Rolle spielen. Diese sind der Bounce-Winkel, die Sohlenbreite, die Leading-Edge, sowie der Camber eines Wedges.

 

Man unterscheidet zwischen drei Bounce-Arten:

Low Bounce

Alle Wedges, deren Bounce-Winkel zwischen vier und sechs Grad beträgt, werden als Low-Bounce-Wedges beschrieben. Am besten sind diese Wedges geeignet für Spieler, die einen flacheren Eintreffwinkel auf den Ball haben und diesen mehr vom Boden wischen. Auch sind sie von Vorteil, wenn der Boden härter ist oder der Bunkersand hart bzw. nass ist. Auch bei wenig Sand im Bunker sind Wedges mit wenig Bounce besser.

 

Mid oder Standard Bounce

Jedes Wedge mit einem Bounce-Winkel zwischen sieben und zehn Grad ist ein Mid- oder Standard-Bounce-Wedge. Es ist die variabelste Version und ist nahezu für alle Bodenbedingungen und Schwungtypen geeignet.

 

High Bounce

High-Bounces-Wedges haben einen Bounce-Winkel von mindestens zehn Grad. Die Leading Edge dieser Wedges ist deutlich höher, wenn das Wedge mit der Sohle auf dem Boden aufliegt. Diese Wedge-Art ist am besten geeignet für Spieler, die steiler an den Ball kommen und tiefe Divots herausschlagen. Auch kommt man damit besser zurecht, wenn der Boden weich ist oder sich in den Grünbunkern viel und weicher Sand befindet.

 

Sohlenschliffe (Sole-Grinds)

Während Sie versuchen, das Bestmögliche aus Ihrem Spiel zu holen, schleifen die Wedge-Hersteller an ihren Produkten herum (to grind), damit die Golfer bessere Ergebnisse erzielen. Bleibt die Frage, was denn nun ein Sole-Grind ist?

Generell bedeutet dies das zusätzliche Bearbeiten eines Wedges und zwar hauptsächlich im Bereich der Spitze und Ferse der Sohle. Immer mehr Hersteller bieten mittlerweile verschiedene Sohlenschliffe zur Standard-Version an. Sie schleifen dazu im wahrsten Sinne des Wortes die Sohlen mit Hilfe von Maschinen, damit die Schläger noch besser für jede Art von Bodenbedingungen oder Schlagvariante geeignet sind.

So wird beispielsweise bei einem Heel-Grind Material aus dem Sohlenbereich nahe der Ferse entfernt, damit das Schlägerblatt näher an den Boden kommt. Damit kann das Schlägerblatt in der Ansprechposition leichter geöffnet werden. Zu beachten ist allerdings, dass sich die verschiedenen Sohlenschliffe auf den Bounce auswirken. Daher ist es wichtig, fachkundige Beratung von einem Pro oder Fitter einzuholen, wenn es darum geht, den Grind zu finden, der am besten zum eigenen Spiel passt.

 

Finish (Oberflächenbehandlung)

Sobald ein Wedge fertig ist, wird abschließend seine Oberfläche behandelt, um ihm seinen eigenen Look und die eigene Farbe zu verpassen. Da sich die unterschiedlichen Varianten im Prinzip nicht auf das Schlaggefühl auswirken, hängt es vorwiegend von persönlichen Präferenzen ab, für welche Variante man sich entscheidet. Dennoch ist es wichtig, wie stark sich die unterschiedlichen Versionen im Lauf der Zeit abnutzen.

Ein Chrome- oder Nickel-Finish behält beispielsweise sowohl seine Farbe als auch seine Anmutung am längsten.

Unbehandelte Wedges mit einem sogenannten Raw-Finish rosten im Laufe der Zeit. Dadurch kann sich die Reibung erhöhen, was wiederum  zu mehr Backspin führt.

Dunkle Finish-Varianten (z. B. Slate, PWD) sehen ungemein cool aus. Allerdings nutzt sich die Farbe nach und nach auf der Sohle und der Schlagfläche ab, was deutliche Spuren hinterlässt. Aber gerade das macht ja unter Umständen den Reiz dieser Variante aus.

 

So funktioniert ein Wedge-Fitting

Wie alle anderen Schläger sollten auch die Wedges individuell auf den jeweiligen Spieler abgestimmt sein. Mit Hilfe eines erfahrenen Fitters ist es möglich, die ideale Kombination von Loft, Bounce und Grind bei den Wedges zu ermitteln.

Angepasste Schläger machen das Spiel vielleicht nicht einfacher, aber zumindest verlässlicher. Und da gerade mit den sogenannten Scoring-Clubs Präzision bei jedem Schlag angesagt ist, sollte man sich vor einem Kauf bei einem versierten Fitter einen Termin geben lassen. Beim Wedge-Fitting geht es wie beim Eisen-Fitting darum, Konstanz in die Schlaglängenunterschiede zu bekommen. Daher kann die Integration eines Gap-Wedges durchaus Sinn bringen. Denn neben der Distanzabdeckung hat dieses Wedge auch den Vorteil, dass sich damit die Vielseitigkeit bei den Schlägen ums Grün erhöht.

Die für den Fitter wichtigsten Daten sind Distanz, Abflugwinkel und Spin, sie werden mit einem Launch-Monitor erfasst. Und bei einer individuellen Wedge-Anpassung erfährt man auch, dass Fitting nicht gleich Fitting ist. Denn: Ein Wedge-Fitting unterscheidet sich von dem anderer Schläger und wird in fünf Schritten durchgeführt. Diese sind:

1. Ermittlung der Schlagweite mit dem alten Pitching-Wedge. Darauf aufbauend werden die weiteren Wedges, sprich: Gap-, Sand- und gegebenenfalls Lob-Wedge, mit einer Schlagweitendifferenz von circa zehn bis 14 Metern ausgewählt.

2. Auswahl eines neuen Pitching-Wedges, mit dem die Schlagweiten des alten Pitching-Wedges erzielt werden.

3. Auswahl eines Gap-Wedges, mit dem man den Ball circa zwölf Meter kürzer schlägt.

4. Suche nach einem 56- bzw. 58-Grad-Wedge, mit dem der Ball weitere circa zwölf Meter kürzer geschlagen wird.

5. Der Grind, sprich: Sohlenschliff, wird gewählt. Dieser ist primär vom Schwungtyp abhängig. Aber auch der überwiegend bespielte Bodentyp ist zu beachten.