Kaufberatung Golfbälle

Grundregeln für die Ballauswahl

Die Kernfrage beim Ballkauf lautet, wie man den richtigen Ball findet, der hinsichtlich Flug- und Spin-Verhalten sowie Gefühl am besten zu einem passt? Bei der Beantwortung hilft die ein oder andere Faustregeln, an die man sich bei der Ballauswahl halten sollte. Bill Morgan, Ballchef bei Titleist, meint etwa: „Am besten nimmt man drei bis vier Modelle, die unterschiedliche Spin-Raten erzeugen, und spielt mit ihnen die verschiedensten Schläge ums Grün. Mit dieser Methode ist es selbst für weniger erfahrene Spieler relativ gut möglich, den richtigen Ball herauszufinden.“ Sollte man beim kurzen Spiel wider Erwarten keine großen Unterschiede feststellen, kann man »sich einfach für den günstigsten Ball zu entscheiden“, rät Dean Snell, als ehemaliger Vize-Präsident im Bereich Forschung und Entwicklung bei TaylorMade für die Entwicklung zahlreicher Ballmodelle verantwortlich und nun mit einer eigenen Ballmarke in den USA am Start.

Ansonsten gilt bei der Ballauswahl ganz allgemein:

1. Beginnen Sie den Auswahlprozess mit Schlägen ums Grün und prüfen erst danach, wie sich der Ball im langen Spiel verhält.

2. Wer eine geringe Schlägerkopfgeschwindigkeit und ein höheres Handicap hat, sollte sich keine Gedanken über den Spin machen. Die beste Wahl für diese Spieler sind Bälle, mit denen man die höchste Flugkurve mit dem Driver und dem Wedge erzielt.

3. Wer mit viel Speed an den Ball kommt und ein niedriges Handicap hat, nimmt am besten den Ball, der beim Drive am wenigsten Spin generiert und mit dem Wedge am meisten.

4. Auf wen weder zweitens noch drittens zutrifft, der sollte sich für das Modell entscheiden, das sich bei den Schlägen ums Grün am besten anfühlt.

 

Je mehr Technologie, desto mehr Backspin

Gerade beim Schlag mit einem Wedge zeigen sich die Unterschiede. Je härter ein Ball ist, desto höher ist seine Flugbahn. Zudem "rutschen" diese Modelle (meist mit einer Surlyn-Schale) entlang der Schlagfläche ein wenig nach oben. Dies führt zu einer Reduzierung des Backspins. Weichere Bälle mit einer Urethan-Schale haben länger Kontakt mit der Schlagfläche, fliegen nicht so hoch und generieren deutlich mehr Backspin. Kurzum: Je mehr Technologie in einem Ball steckt, desto mehr Backspin nimmt er an, und desto flacher ist seine Flugkurve.

Jetzt ist man schon ein wenig schlauer und kann sich tiefergehende Fragen stellen: Wobei soll mir der Ball helfen, beispielsweise einen höheren Abflugwinkel bekommen? Welches Gefühl will ich im Treffmoment haben? Und wie soll die ideale Flugkurve aussehen? Zwar sind die Antworten darauf sehr individuell, aber wenn man sich auf ein oder zwei Charakteristiken konzentriert, kann man die passenden Modelle schon deutlich eingrenzen.

Ein großer Fehler wäre es allerdings, die Wahl ausschließlich darauf basieren zu lassen, wie weit man den Ball vom Tee schlagen möchte. Besser ist es, man folgt dem Beispiel der Pros und beginnt den Auswahlprozess mit Schlägen ums Grün und prüft erst danach, wie sich der Ball im langen Spiel verhält. "Beim Durchschnittsgolfer sind die Unterschiede beim Drive sehr gering", verrät Dean Snell, "aber durch die umfangreiche Arbeit mit den Tour-Pros habe ich gelernt, dass es am besten ist, einen Ball aufgrund seines Verhaltens im kurzen Spiel zu beurteilen."

Jedenfalls kann ein Ball, der zum eigenen Spiel passt, einem helfen, das Maximum für sich herauszuholen. Dieser Tatsache sind sich allerdings eher die besseren Spieler bewusst. Dazu kommt, dass man vom Äußeren eines Balls keinerlei Rückschlüsse auf dessen Spieleigenschaften ziehen kann. Vor allem der Durchschnittsgolfer macht sich über den Ball die wenigsten Gedanken, aber die richtige Auswahl könnte ein einfacher und ziemlich sparsamer Weg sein, den Score zu verbessern.

 

Konstruktionsmerkmale

Die Art und Weise, wie ein Golfball konstruiert ist, hat maßgeblichen Einfluss darauf, wie er sich nach dem Treffmoment verhält. Die Hersteller sind stetig um Verbesserungen bemüht. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Konstruktionen.

 

One-Piece-Ball

Die günstigste Ballvariante. Wird meist auf Driving-Ranges benutzt, da sie günstig und vergleichsweise robust ist. Sie sind in der Regel aus Surlyn hergestellt, haben eine mittlere Kompression und sind hinsichtlich ihrer Performance ordentlich aber keineswegs für das Spiel auf dem Platz geeignet.

 

2-Piece-Ball

Er besteht aus zwei Teilen – Kern und Schale. Waren diese Modelle früher eher hart, so sind durch die Verwendung neuartiger Materialien und dünnerer Schalen Bälle entstanden, die durchwegs über ordentliche Spieleigenschaften verfügen. Hauptkriterium bleibt aber die Länge. Der Kern besteht aus einem High-Energy-Material, die Schale ist besonders unempfindlich und meist aus Surlyn. Das Gros dieser Bälle ist auf maximale Schlagweite ausgerichtet. Beim Spin-Verhalten und der Kontrolle bei kurzen Schlägen kann dieses Modell hinsichtlich der Performance nicht mit Multilayer-Bällen mithalten. Der 2-Piece-Ball ist wohl die beliebteste Version bei den Durchschnittsgolfern, da sie auch preisgünstig ist.

 

Multilayer (3-, 4- oder 5-Piece)

Diese verfügen meist über einen großen, festen Kern (der oft auch von innen nach außen härter wird), über dem eine dünne Schicht liegt, die Mantel oder Inner-Cover genannt wird. Bei 4-Piece-Bällen gibt es noch eine weitere dieser Schichten, bei fünfteiligen zwei. Darüber befindet sich die Schale. Je nach Spieleigenschaften haben diese Bälle Schalen aus Urethan, Elastomer, Ionomer oder Surlyn. Umso mehr Schichten ein Ball hat, desto mehr unterscheiden sich die Bälle beim Spin mit verschiedenen Schlägern. Im Idealfall wird mit den Bällen wenig Spin beim Drive erzeugt und viel beim Schlag ins Grün. Das Schalenmaterial entscheidet über das aerodynamische Verhalten des Balls und das Gefühl bei den Schlägen ins Grün. Momentan ist hier Urethan das Maß der Dinge.

 

 

Spin

Er ist das Hauptunterscheidungskriterium von teuren und günstigen Golfbällen. Je teurer der Ball, desto mehr Spin hat er und desto mehr Kontrolle liefert er beim Spiel ums Grün. Das ist vor allem auf das bei den teuren Bällen verwendete Schalenmaterial zurückzuführen. Zur Zeit ist Urethan das beste Schalenmaterial, wenn es um den Touch am und ums Grün geht.

Bei preisgünstigeren Varianten kommt oft Surlyn oder eine Ionomer-Mischung zum Einsatz. Fakt ist jedoch, dass nicht immer der Ball mit der höchsten Spin-Rate und dem weichsten Gefühl die beste Wahl ist. Spieler mit hohen Schlägerkopfgeschwindigkeiten (über 105 mph) benötigen Bälle, die beim Drive wenig Spin annehmen und bei den Schlägen ins Grün viel. Wer langsamer schwingt, braucht einen Ball der beim Drive etwas mehr Spin annimmt, um Auftrieb zu erzeugen um mehr Strecke machen zu können. Bälle, die weniger Spin erzeugen, sind auf Länge ausgerichtet und reagieren weniger sensibel auf Seiten-Spin. Sie rollen zudem weiter und halten schlechter auf den Grüns.

 

Kompression

Mit Kompression ist eine Zahl gemeint, die angibt, wie weich oder hart sich ein Ball für den Spieler anfühlt. Je kleiner die Zahl ist, desto weicher fühlt er sich an, je größer sie ist, desto härter. Die Kompression wird gemessen, indem der Ball zwischen zwei Platten gepresst wird, deren Abstand langsam verringert wird. Interessant dabei: Es gibt keinen allgemein gültigen Industriestandard, welche Messgeräte dafür zu verwenden sind. Auch benutzen die Ballhersteller keinesfalls die gleichen Messgeräte. Der ermittelte und angegebene Wert ist immer ein Mittelwert, so dass beispielsweise ein Ball mit 88er Kompression im Bereich von 85 bis 90 liegt. Diese Toleranz ergibt sich aus den Toleranzen beim Herstellungsprozess des Balls sowie den Toleranzen des Messgeräts selbst. Und: Die Kompression gibt nach Auskunft von Ballspezialisten ausschließlich einen Anhaltspunkt dafür, wie subjektiv weich oder hart sich ein Ball im Treffmoment anfühlt. Aussagen zur Performance oder weiteren wichtigen Eigenschaften des Balls (beispielsweise Schichtdicken, Materialien, Konstruktion etc.) können aus dieser Zahl nicht abgeleitet werden.

 

 

Dimples

Die Aufgabe der Aerodynamik-Spezialisten im Bereich der Ballherstellung lautet, für eine möglichst optimale Kombination von Auftrieb (Lift) und Luftwiderstand (Drag) zu sorgen. Dabei geht es darum, den Luftwiderstand bei hohen Geschwindigkeiten zu minimieren und gleichzeitig den Auftrieb bei langsamen Geschwindigkeiten zu maximieren. Dies geschieht über das Dimple-Muster. Die Grübchen alleine erzeugen keinen Auftrieb, erst in Kombination mit Spin verbessern sie ihn.

Die Oberflächenabdeckung, Anordnung, Tiefe und Größe der Dimples bestimmt darüber, welche Auftriebs- und Luftwiderstandseigenschaften ein Ball hat. Daher haben die meisten der großen Hersteller ihre Produktion dahingehend optimiert, dass die Bälle keine Dimples-Nahtstelle mehr haben. So ist es möglich, die Oberflächenabdeckung zu erhöhen und den Bällen ein besseres aerodynamisches Verhalten zu verpassen. Der Luftwiderstand wird so weiter reduziert, da die Wirbelschleppe hinter dem Ball verringert wird.

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