Kaufberatung Golfschläger - Eisen

Bei den Schlägen mit den Eisen ist Präzision gefragt. Damit man bei der Vielzahl der Schläge ins Grün nicht sein blaues Wunder erlebt, gibt es hier eine umfassene Kaufberatung zu den unterschiedlichen Eisen-Typen - vom Tour-Modell über die Allrounder bis zu den Game-Improvement-Versionen.

Was sie unbedingt wissen sollten

Die Eisen bilden die Basis der 14 Golfschläger im Bag für die Golfausrüstung. Und wenn man das richtige Eisen-Set gefunden hat, kann das unter Umständen zu einer deutlichen Verbesserung des Spiels beitragen. Es gibt jede Menge verschiedener Eisen und Spezifikationen, und diese Seite soll helfen, das richtige Set zu finden.

 

Eisen-Typen

1. Geschmiedete Eisen

Eisen wurden von Beginn an auf diese Weise vom Clubmaker hergestellt. Zuerst wurde eine Rohversion des Kopfs erstellt, die dann nach und nach mit Hilfe von Hammer und Amboß in die endgültige Form gebracht wurde. Zum Schluss wurde im Fine-tuning die Sohlenform geschliffen und der Kopf poliert.

Heutzutage werden Schläger mit Eisenköpfe maschinell geschmiedet. Dabei wird ein Stück Stahl erhitzt und unter großem Druck in eine Form gepresst. Der Schmiedeprozess wird in mehreren Arbeitsschritten durchgeführt, bis der Kopf seine endgültige Form hat. Zum Schluss wird der Kopf noch mit seinem finalen Finish versehen und die Sohle geschliffen. Am Ende hat man einen bildschönen Schläger in der Hand – allerdings mit einem recht kleinen Sweetspot. Geschmiedete Eisen werden vorwiegend für bessere Spieler hergestellt, die mehr Wert auf Gefühl legen und die Bälle mit bestimmten Flugkurven spielen wollen.

 

Die extremste Form eines geschmiedeten Eisens ist das Muscle back. Dieses sollte nur von sehr guten Spielern verwendet werden, da es nur sehr wenig Fehleroleranz bietet. Seine wichtigsten Eigenschaften sind:

 

1. Gewichtskonzentration

Das Gewicht dieses Designs konzentriert sich mehr hinter dem Sweetspot. Der Schwerpunkt liegt vergleichsweise hoch und nah am Schlägerblatt. So ist es besser möglich, den Ball mit bestimmten Flugkurven zu spielen.

 

2. Kein Offset, schmale Topline

Die untere Kante des Schlägerblatts (Leading-Edge) ist in der Verlängerung der linken Schaftseite (kein Offset). Mit dieser Geometrie können bessere Spieler den Ball flacher und mit mehr Kontrolle schlagen. Nur: Der kleine Kopf sieht zwar attraktiv und schön aus, reduziert aber die Fehlertoleranz deutlich. Eine schmale Topline bedeutet, dass hier wenig Gewicht platziert ist. Das Schlägerblatt wirkt schlank. Diese Form wird von besseren Spielern bevorzugt und unterstützt das bessere Manövrieren (Shapen) des Balls.

 

 

3. Schmale Sohle

Ein solider Ballkontakt unterscheidet den guten vom schlechten Golfer. Je schmaler die Sohle ist, desto besser kann der versierte Spieler den Ball schlagen, egal, ob er gut oder schlecht liegt. Wer konstant schwingt, kann den Ball mit einer schmalen Sohle auch kontrolliert vom harten Untergrund schlagen.

 

 

 

Gegossene Eisen

Im Vergleich zu geschmiedeten Eisen sind gegossene. Dazu wird flüssiges Metall in eine Form gegossen. Dadurch ist es den Herstellern möglich, komplexere Kopfformen und Multi-Material-Konstruktionen herzustellen. Da mehrere Köpfe gleichzeitig hergestellt werden können ist der Gießprozess weniger aufwändig und günstiger als der Schmiedeprozess. Daher sind gegossene Eisen meist auch günstiger als geschmiedete. Die Zielgruppe dieser Eisen sind, je nach Kopfform, alle Spieler vom Anfänger bis zum Könner.

 

 

Die Eigenschaften gegossener Eisen sind:

1. Perimeter weighting

Das Gewicht beim Cavity-Back-Eisen ist in den Außenbereichen des Schlägerrückens konzentriert. Dies erhöht dank verbesserter Stabilität die Fehlertoleranz. Der Sweetspot ist möglichst tief und weit weg vom Schlägerblatt platziert. Je tiefer das Cavity ist, desto stabiler ist der Schlägerkopf im Treffmoment. Zudem sind die Schlägerköpfe gegenüber den Muscle-Back-Köpfen auch vergrößert.

 

2. Offset

Die Leading-Edge (untere Kante des Schlägerblatts) ist gegenüber der linken Schaftseite nach rechts versetzt (Offset). Dies unterstützt einen höheren Ballflug und erleichtert es, das Blatt durch den Treffmoment gerade (square) an den Ball zu bekommen. Ein größerer Kopf erhöht das Vertrauen in der Ansprechposition ebenfalls. Die dicke Topline hilft, den Schlägerkopf im Treffmoment zu stabilisieren, d.h. der Schlägerkopf verdreht sich auch bei einem Ballkontakt abseits der Blattmitte nicht so stark. Zudem erhöht sie vor allem bei Anfängern das Vertrauen.

 

 

3. Breite Sohle

Die breite Sohle ist Ausdruck dafür, dass hier viel Gewicht platziert ist. Das bringt den Schwerpunkt weiter nach unten und ermöglicht einen höheren Ballflug.

 

Lofts

Die Lofts der Eisen unterscheiden sich von Modell zu Modell ein wenig. Ist das Set eher klassisch ausgerichtet und mit einem Muscle-Back-Design, sind die Lofts der einzelnen Eisen etwas höher als bei einem Game-Improvement-Modell. Da bei Letzterem viel Gewicht in der Sohle platziert ist, kann der Hersteller die Lofts ein wenig verringern, da auf Grund der Gewichtsverteilung dennoch ein hoher Ballflug erzeugt wird. Klassisch ausgerichtete Eisen-Modelle benötigen dagegen das "Mehr" an Loft, damit der Ball hoch genug fliegt. Durch die niedrigeren Loft-Zahlen fliegen die Bälle mit modernen Game-Improvement-Eisen auch dementsprechend weiter als mit klassischen Muscle-Back-Eisen - und das bei gleich hohen oder sogar höheren Flugkurven.

Zur Verdeutlichung der Loft-Vergleich aktueller Callaway-Modelle:

 

 

Eisensatz

In der Regel werden Eisen im „Paket“ verkauft. Dieses kann zwischen sechs (5, 6, 7, 8, 9, PW) und acht Stück (4, 5, 6, 7, 8, 9, PW, SW) umfassen. Das Eisen 3 gibt es für viele Eisensätze nur noch als Sonderbestellung. Die Eisen 3 und vier werden als lange Eisen bezeichnet, 5, 6 und 7 sind mittlere Eisen, 8, 9 und die Wedges (Pitching, Gap, Sand und Lob) sind kurze Eisen.

 

Schäfte

Im Gegensatz zu den Drivern, Fairway-Hölzern und Hybrids werden die Eisen mit unterschiedlichen Schäften angeboten. Welche Vor- und Nachteile diese haben, erfahren Sie hier.

 

1. Stahlschäfte

Diese Schäfte werden vor allem von besseren Spielern, die zudem über höhere Schwunggeschwindigkeiten verfügen, verwendet. Stahlschäfte sind schwerer und härter als Graphitschäfte. Das bedeutet, sie sind nicht so flexibel, es werden ihnen aber bessere Spieleigenschaften und mehr Konstanz beim Schlaggefühl nachgesagt. Der verwendete Carbon- oder rostfreie Stahl ist dicker, so dass Torque und Flex bei allen Schlägern konstant sind. Eisen mit Stahlschäften sind bei den meisten Herstellern etwas günstiger als die mit Graphitschäften.

 

2. Graphitschäfte

Ihre Beliebtheit hat im Laufe der letzten Jahre zugenommen – vor allem da die Golfer in Deutschland immer älter werden. Sie sind leichter als Stahlschäfte, was für viele Golfer von Vorteil ist. Zudem „arbeiten“ Graphitschäfte mehr, wodurch viele Spieler in der Lage sind, höhere Schlägerkopfgeschwindigkeiten zu erzeugen, wodurch längere Schläge möglich sind. Die Kehrseite der Medaille ist aber, dass Graphitschäfte gegenüber Stahlschäften weniger Gefühl vermitteln. Ein Graphitschaft mit S-Flex wird sich niemals so anfühlen wie ein Stahlschaft mit S-Flex. Auch können sich die Graphitschäfte innerhalb eines Satzes leicht unterschiedlich anfühlen und sind teurer als Stahlschäfte. Dennoch steht außer Frage, dass sie für ältere Golfer, Junioren, Damen und alle Spieler mit geringen Schlägerkopfgeschwindigkeiten die bessere Wahl sind.

 

 

3. Multi-Material-Schäfte

Sie bestehen aus einer Graphit-Stahl-Kombination, wobei der untere Teil aus Stahl gefertigt ist. Diese Art Schaft wird hin und wieder angeboten, hat sich aber letztendlich in Kombination mit Eisen oder Hölzern nicht im Markt durchsetzen können. Mit ihnen wollte man die Vorzüge von Stahl- und Graphitschäften kombinieren, z.B. bessere Kontrolle (Stahl), mehr Speed und Vibrationsdämpfung (Graphit). Aber offensichtlich sind sich auch die Hersteller nicht wirklich sicher, ob die Kombination auch die gewünschten Vorteile bringt. Zudem sind sie durch den Mehraufwand bei der Herstellung teurer als Graphit- oder Eisenschäfte. Neuerdings kommen sie allerdings bei Odyssey/Toulon-Puttern zum Einsatz.

 

Wie viele Eisen soll man kaufen?

Eine wirklich elementare Frage, deren Beantwortung von verschiedenen, individuellen Faktoren abhängig ist. Die am häufigsten angebotenen Optionen sind 4-PW oder 5-PW oder SW, mit denen auch der Großteil der Golfer sicherlich eine gute Wahl trifft. Viele gute und sehr gute Spieler entscheiden sich für die Eisen 3 bis 9 und erwerben die Wedges gesondert. Schlechtere sowie ältere Golfer und Damen sind mit 5-SW gut bedient und können die langen Eisen mit Hybrids oder Fairway-Hölzern gut ersetzen. Es gibt aber auch Hersteller, die für diese Zielgruppen besonders leicht zu spielende Wedges im Angebot haben

 

Abschließend noch ein paar generelle Tipps zum Eisenkauf, die aber ebenso gut für Driver, Fairway-Hölzer und Hybrids gelten:

1. Testen

Kaufen Sie nie einen Satz, ohne ihn vorher gespielt zu haben. Alle Markenfirmen bieten Demoveranstaltungen an, bei denen Sie die Möglichkeit zum Testen haben. Informationen gibt es auf Checkpoint-golf.com unter der Rubrik Demo Day.

2. Beratung

Lassen Sie sich fachkundig beraten. Nicken Sie nicht alle Aussagen des Verkäufers unkritisch ab. Fragen Sie nach. Holen Sie eine zweite Meinung ein, wenn Ihnen die Antworten nicht ausreichen. Verlassen Sie sich auch nicht auf gut gemeinte Ratschläge von Freunden – es sei denn, diese sind mit der Materie wirklich vertraut.

3. Griffstärke

Lassen Sie Ihre Griffstärke feststellen, denn oftmals sind die standardmäßig angebotenen zu dick oder zu dünn. Im Idealfall berühren die Spitzen von Mittel- und Ringfinger der linken Hand den Handballen ganz leicht.

4. Schwunggeschwindigkeit

Nur wenn man diese kennt ist ein vernüftiges Anpassen des Schlägersatzes möglich. Sie hat oberste Priorität bei der Auswahl des Schaftflexes.

5. Schaftlänge

Sie hängt ab von der Körpergröße und von der Ansprechposition. Um die richtige Länge herauszufinden, gibt es beim Fitting Schläger mit unterschiedlich langen Schäften zur Auswahl.

6. Lie-Winkel

Besonders für große und kleine Golfer von Bedeutung. Gerade bei diesen kann eine Veränderung um ein bis zwei Grad nach oben oder unten die Qualität des Treffmoments entscheidend beeinflussen.

7. Fitting

Der Schlägersatz muss zu Ihnen passen – nicht umgekehrt! Alle Markenfirmen fitten den Schlägersatz ohne Mehrpreis für Sie. Beim Fitting sollte ein statisches Fitting (Abstimmen auf die Körpermaße) mit einem dynamischen Fitting (Abstimmen auf den Schwung) kombiniert werden.

 

NEWS EISEN

HERSTELLER RANKING 2019:

Siege PGA & European Tour

(WGC-Turniere und Majors werden in der Wertung nur einmal gezählt, ohne QBE Shootout)

EISEN

1. TaylorMade (21)
2. Callaway (19)
   Titleist (19)

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